Jury
Die Jury nimmt die Bewertung nach international üblichem Reglement vor. Sie bestimmt nach Beendigung jeder Prüfung die Kandidaten, die zur jeweils nächsten Prüfung zugelassen werden. Im Anschluss an jeden Durchgang stehen die Mitglieder der Jury den ausgeschiedenen Kandidaten zu Einzelgesprächen über ihre Leistungen zur Verfügung. Die Jury vergibt die Preise und evtl. Sonderpreise. Sie ist nicht verpflichtet, Preise zu verleihen, die sie als nicht verdient betrachtet.
Arnulf von Arnim, D
erhielt 1952 den ersten Klavierunterricht. 1962 bis 1966 war er Schüler von Joachim Volkmann in Frankfurt, von 1966 bis 1970 studierte er an der Musikhochschule in Frankfurt bei A. Leopolder. 1970 Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes, daraufhin Studium an der Musikhochschule in Stuttgart bei Jürgen Uhde, Dora Metzger und Günter Lonegk. Meisterkurse bei Claudio Arrau und Wilhelm Kempff. A. v. Arnim ist Preisträger zahlreicher internationaler Wettbewerbe, u. a. in Genf, Vercelli, Barcelona, Neapel und Bozen. Tourneen und Rundfunkaufnahmen in Europa und Übersee. Kammermusikpartner vieler bedeutender Solisten. Seit 1980 Professur zunächst in Dortmund und jetzt in Essen. Aus seinem Schülerkreis stammen mittlerweile Preisträger von über 30 internationalen Wettbewerben. Künstlerischer Leiter der Int. Sommerakademie Cervo, Italien.
Helen Donath, USA
Helen Donath, geb. Erwin ist eine US-amerikanische Sopranistin. Helen Donath studierte in New York. Mit ihrem Aufsehen erregenden Erfolg als Pamina in der Zauberflöte bei den Salzburger Festspielen 1967 gelang der internationale Durchbruch. Opern- und Konzertgastspiele führten sie die Mailänder Scala, das Royal Opera House in London, an die Staatsopern Berlin, Wien, München, Dresden und Hamburg, nach Paris, Tokio. 1991 debütierte sie an der Metropolitan Opera New York als Marzelline in Fidelio und als Susanna in Le nozze di Figaro. Besondere Höhepunkte waren auch die Rolle der Marschallin im Rosenkavalier in Detroit, unter der Leitung ihres Mannes Klaus Donath und die Despina in Cosi fan tutte bei den Salzburger Festspielen 2004 bis 2006. Helen Donath wurde mehrfach ausgezeichnet: „Bayerische Kammersängerin“, „Doctor honoris causa“ von der Universität Miami, „Verdienstkreuz I. Klasse des Niedersächsischen Verdienstordens“ 2005, Niedersachsenpreis (1990).
Irwin Gage CH/USA
In Cleveland/Ohio geboren, studierte er Klavier, Musikwissenschaft und Literatur in den USA und war danach Student von Hilde Langer-Rühl und Erik Werba am Konservatorium Wien. Weitere Lehrer waren Otto Erich Deutsch und Helene Berg. Als weltweit gefragter Begleiter arbeitete er zusammen mit Sängern wie Lucia Popp, Jessye Norman, Hermann Prey, Dietrich Fischer-Dieskau, Rene Kollo, Brigitte Fassbännder, Peter Schreier und Cheryl Studer. Seine Aufnahmen wurden mit zahlreichen Preisen wie dem Grand Prix du Disque, dem Deutschen Schallplattenpreis, sowie dem Edison- und dem Grammophone Award ausgezeichnet. Seit einigen Jahren tritt er auch als künstlerischer Direktor bei Konzertreihen wie dem Europäischen Musikfest Stuttgart und dem Beethovenfest Bonn in Erscheinung. Er leitet Meisterklassen an den Hochschulen in Zürich und Saarbrücken.
Anne Gjevang N
Das Repertoire der in Oslo geborenen Altistin Anne Gjevang umfasst alle Epochen von der Renaissance bis zu Neuer Musik. Schwerpunkte sind ihre hochgelobten Interpretationen der Partien von Wagner und Strauss sowie die Solo-Recitals, mit denen sie auch an der Scala, in New York und London gefeiert wurde. 1983 debütierte sie als Erda in Bayreuth, 1987 sang sie diese Partie an der Met unter Levine in der Otto Schenk-Inszenierung. Weitere Ringproduktionen folgten 1988 in Bayreuth und in Covent Garden. Als Konzertsängerin hat sie mit führenden Orchestern und Pultstars wie Karajan, Giulini, Abbado, Solti und Pretre gearbeitet. Von 1983-88 war Anne Gjevan Ensemblemitglied der Oper Zürich. Ihre Liebe zum Lied hat sie auf CDs mit dem norwegischen Pianisten Einar Steen-N.kleberg dokumentiert. Besonders am Herzen liegt ihr die Förderung junger Sänger - in Meisterkursen und als Jurorin bei Gesangswettbewerben. Seit Januar 2009 ist Anne Gjevang Casting-Direktor und stellvertretende Opern-Chefin des Neuen Opern- und Ballett-Hauses Oslo.
Graham Johnson GB
Der britische Pianist Graham Johnson ist einer der weltweit führenden Liedbegleiter. Er hat mit Weltstars wie Dame Felicity Lott, Ann Murray, Arleen Auger, Brigitte Fassbaender, Thomas Hampson, Edith Mathis, Lucia Popp, Christoph Prégardien, Thomas Quastoff, Peter Schreier und Elisabeth Schwarzkopf Konzerte gegeben und sie in Aufnahmen begleitet. Eine besonders enge Beziehung hat er zur Wigmore Hall in London. Er konzipierte und spielte die Konzerte zur Eröffnung des Konzertsaals 1992 und ist geschätzter Juror des Wigmore Hall-Gesangswettbewerbs seit dessen Gründung. Der vielfach ausgezeichnete Pianist ist Professor für Klavierbegleitung an der Guildhall School of Music in London, Mitglied der Königlich schwedischen Musikakademie und Autor des „Songmaker’s Almanac“. Schubert-Lieder hat er in 37 Einspielungen vorlegt – sie sind Meilensteine der internationalen Diskografie. Schon erschienen oder noch in Vorbereitung ist eine Schumann-Serie und Sammlung von französischen Liedern.
René Kollo D
Die Weltkarriere des Tenors begann 1969 in Bayreuth, als Steuermann im „Fliegenden Holländer“. Danach sang er als jüngster Tenor in diesen Rollen auf dem Grünen Hügel alle grossen Partien seines Fachs, u.a. den „Siegfried“ in Chéreaus Jahrhundert-Ring. Sein Regiedebüt gab er 1986 mit dem „Parsifal“, es folgte 1991 d´Alberts „Tiefland“. Eng verbunden ist der Heldentenor, der auch ausserhalb des Wagnerfachs gefeiert wurde, mit der Deutschen Oper Berlin. Das Rollenspektrum des Weltstars ist gross, auch in der Kollo-Operette „Wie einst im Mai“ sang er höchst erfolgreich. Unvergessen ist seine ZDF-Show „Ich lade gern mir Gäste ein“. Seit 1982 ist René Kollo mit Tänzerin Béatrice Bouquet verheiratet, mit der er drei Kinder hat. Zu den vielen Auszeichnungen gehören das Bundesverdienstkreuz am Bande und das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse. Als Hobby trat der Kammersänger in die Fussstapfen seines Grossvaters Walter Kollo und Vaters Willi Kollo und komponierte und textete Tenorlieder.
Tom Krause SF
Der in Helsinki geborene Bariton Tom Krause hat grosse Erfahrungen in allen Bereichen der klassischen Musik. Er hat Meisterkurse auf der ganzen Welt gegeben, auch am Curtis-Institut in New York und ist ein hoch geschätzter Juror bei grossen Internationalen Gesangs-Wettbewerben, u.a. auch beim ARD- und Tschaikowsky-Wettbewerb. Seit 2002 leitet Tom Krause eine Gesangsabteilung in Madrid. Die Universität Helsinki zeichnete ihn 2003 mit der Ehrendoktorwürde aus. In Partien von Mozart, Verdi, Wagner, Rossini und Händel wurde der Weltstar auf den grossen Bühnen und bei den wichtigsten Festspielen gefeiert. 1962 gab er sein Bayreuth-Debüt als Herald im Lohengrin. Seine Interpretationen von Mozart-Rollen sind legendär, davon ausgehend hat er sich ein breites Repertoire erarbeitet. Auch als ausdrucksstarker Interpret von Liedern von Mozart, Mussorgsky und Sibelius sowie des Deutschen Liedes ist Tom Krause eine gefeierte Persönlichkeit. In jüngster Zeit begeisterte er als Puccini-Sänger und in Schönbergs „Moses und Aaron“.
Franz Müller-Heuser D
Prof. Dr. Franz Müller-Heuser, erhielt seine Ausbildung zum Opern- und Konzertsänger (Bariton) an der Folkwangschule in Essen. Gleichzeitig studierte er an der Universität zu Köln Musikwissenschaften, Kunstgeschichte und Philosophie und promovierte über die "Ästhetik des gregorianischen Gesangs". Als professioneller Sänger gab er zahlreiche Oratorienkonzerte und Liederabende in allen größeren deutschen Städten und unternahm Konzertreisen in das europäische und außereuropäische Ausland. Er machte Schallplatten-, Hörfunk- und Fernsehaufnahmen und stand insgesamt 35 Jahre auf dem Podium. 1963 wurde er als Professor für Gesang an die Musikhochschule Köln berufen. 1976 erfolgte die Ernennung zum Direktor der Musikhochschule Rheinland mit Sitz in Köln und den Instituten in Aachen Düsseldorf und Wuppertal. Nach der Verabschiedung des neuen Kunsthochschulgesetzes wurde er 1989 vom Senat zum Rektor der Hochschule für Musik Köln gewählt und verblieb in dieser Funktion bis zu seiner Pensionierung 1997. Als Gründungspräsidenten hob er den Landesmusikrates Nordrhein- Westfalen 1978 mit aus der Taufe. Prof. Dr. Müller-Heuser blickt auf eine vierzehn jährige ehrenamtliche Tätigkeit als Präsident des Deutschen Musikrates zurück. In den 90er Jahren hat sich unter seinem Vorsitz dieser Dachverband mit dem der ehemaligen DDR vereinigt. Es wurden neue Projekte geschaffen und in jüngerer Zeit die Infrastruktur des DMR reorganisiert, um ihn für wachsende Aufgabenbereiche zukunftsfähiger zu machen. Von 1999 - 2001 war er in der Nachfolge von August Everding Vorsitzender des Kulturrates. Von 1998 - 2001 wurde unter der Leitung von Müller-Heuser als Gründungspräsident die Musikhochschule Nürnberg- Augsburg neu errichtet. Prof. Dr. Franz Müller-Heuser wurde mit dem Bundesverdienstkreuz und dem Verdienstorden des Landes Nordrhein- Westfalen ausgezeichnet.
Sibylla Rubens D
Sibylla Rubens - Sporan - studierte Konzert- und Operngesang an der Staatlichen Musikhochschule in Trossingen und an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt/Main. Sie war Mitglied der Meisterklasse bei Irwin Gage und besuchte Meisterkursen u. a. bei Edith Mathis sowie bei Elsa Cavelti in Basel. Auftritte mit dem Royal Concertgebouw Orchestra, mit Hartmut Haenchen, sowie dem Rundfunksinfonieorchester Berlin zählen zu den ersten Höhepunkten. Sie arbeitet mit Helmuth Rilling und der Stuttgarter Bachakademie zusammen, geht regelmässig mit dem Collegium Vocale Gent bzw. dem Windsbacher Knabenchor auf Tournee. Zu ihren Engagements gehören Bachs Matthäus-Passion in der Carnegie Hall New York, beim RTVE-Orchester in Madrid und beim RAI Turin sowie Schumanns Requiem bei den Münchner Philharmonikern und die Aufführung des Bachschen Weihnachtsoratoriums sowie der h-moll Messe in Montreal unter der Leitung von Kent Nagano.
